Am 19. Novermber lese ich im Leipziger Haus des Buches aus meiner Geschichtensammlung „Halbhorsts Erzählungen“. Worum geht es?
2025 wurde von der UNO zum „Internationalen Jahres der Quantenwissenschaft und Quantentechnologien“ ausgerufen, anlässlich des Jahrestags der Heisenbergschen Veröffentlichungen.

Gedenkveranstaltungen und Ausstellungen fanden statt, eine Reihe von empfehlenswerten Sachbüchern erschien. Thomas de Padovas „Quantenlicht“ und das Buch von Céline Broeckaert & Frank Verstraete habe ich gelesen. Gleichzeitig fanden massive propagandistische Anstrengungen statt, um den Menschen einzureden, Außerirdische seinen bereits auf der Erde und würden sich demnächst gewalttätig in das Weltgeschehen einmischen.
Man mag das als blühenden Unsinn abtun, aber auch in den Millionen-teuren Prozessen gegen die „Rollator-Putschisten“ spielt eine außerirdische Eingreiftruppe eine tragende Rolle. Den Vogel schossen Mitarbeiter des „Forschungszentrum für Extraterrestrik“ der Uni Würzburg ab, die die Finanzierung einer Alienjägertruppe nach dem Vorbild der „Men In Black“ forderten.
Mein Gedanke war (mit Angela Merkel): „Nun sind sie eben da.“) Aber was, wenn sie uns technologisch und ethisch weit überlegen wären und komplett im Verborgenen lebten? Hergekommen sein könnten sie mit einem „Quantenspringer“, wie ihn auch Zeinab Hodeib kennt (Andymonaden S. 86). Die verborgene Lebensweise wäre ein Problem, jemand müsste aktiv nach ihnen suchen, vielleicht ein Detektiv?
Vor meinem inneren Auge entstand das Bild des Privatdetektivs Halbhorst, der gleich nach dem Abitur einen Gründerkredit nutzt, um seine eigene Detektei aufzubauen. Nun kümmert er sich um vermisste Haustiere, Beziehungsprobleme und Nachbarschaftsstreitereien. In jener nahen Zukunft hat die EU den Krieg gegen Russland schon weitgehend verloren, Deutschland wird wieder in Besatzungszonen aufgeteilt. Die Existenzbedingungen in Mitteldeutschland werden schwieriger, doch Halbhorst ist eine Mischung von Nerd und Schwejk, kommt immer irgendwie durch.
Wobei dieser Erzählansatz auch dazu verlockte, die Kuriositäten und Zumutungen um 2025 genüsslich auszumalen. Katzen-Entführer, Bezahl-Verleger, windige Forscher, Prügel-Polizistinnen, NGO-Bürokraten, woke Pädagogen und andere illustre Zeitgenossen bevölkern die ersten 100 Seiten des Buchs. Dann war mein Gedanke, dass es allmählich Zeit würde, die Spur der Aliens aufzunehmen. Erst einmal sehen, was es an überlegenen Aliens in der Literatur schon gibt. Da ist Ted Chiangs ‚Geschichte deines Lebens‚, ‚Solaris‚ von Stanislaw Lem usw.
Auf Seite 106 meines Buchs erscheint endlich Molina, die nette außerirdische Linguistin vom Planeten Orro und die Reise kann beginnen:
Am Donnerstag, dem 19. November 2026 im Leipziger Haus des Buches, Gerichtsweg 28, Moderation: Sabine Seyfarth, Eintritt: 2,- €

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