Kategorie: …kratie

  • Schlimmer geht’s immer

    Schlimmer geht’s immer

    Am 30.09.2026 hat das Bundeskabinett das Gesetz zur Neuordnung der Pflegeversicherung (PNOG) beschlossen. Ein alter Bekannter riet mir, lieber noch eine Blutdruck-Tablette mehr zu nehmen, bevor ich den Gesetzestext lese. Ich hielt das für unnötig, schließlich betrifft es mich noch nicht. Aber im zarten Alter von 70 Jahren macht man sich schon einmal Gedanken über den Fall der Pflegefälle.

    Der Gesetzentwurf ist also beschlossen, erste Lesung im Bundestag soll am 6. November sein, die Schlussabstimmung am 11. Dezember. Der Bundesrat berät am 18. Dezember. Start soll 1. Januar 2027 sein. Künftig wird es schwieriger sein, neu in einen Pflegegrad eingestuft zu werden oder in einen höheren aufzusteigen. Laut Gesetz sollen für die Erst-Einstufung in die Pflegegrade 1 bis 3 die Punktschwellenwerte im Begutachtungsverfahren angehoben werden.

    Es wird vier Budgets für jeden Betroffenen geben: Ein „Entlastungsbudget“ ersetzt das bisherige Pflegegeld. Die Beträge sind zwar nominal höher, aber noch enger zweckgebunden. Ein „Sachleistungsbudget“ bündelt die Pflegesachleistungen für ambulante Dienste sowie die geplante Ersatzpflege. Das „Sozialraumbudget“ (ab Pflegegrad 2) ersetzt den bisherigen Entlastungsbetrag. Ein neues „Überbrückungsbudget“ für Akut- und Notfallsituationen kann auf Antrag gewährt werden, muss es aber nicht.

    Pflegegrad 1 bekommt nur noch Beratungs- und Hilfsmittel-Leistungen, der bisherige Entlastungsbetrag von 131 Euro monatlich entfällt ersatzlos. Ab Pflegegrad 2 gibt das „Sozialraumbudget“ von 175 Euro, Das klingt nach mehr, ist aber nur für anerkannte Alltagsangebote nutzbar. Nicht für den Pflegedienst. Nicht für die Tagespflege. Die Beträge in den vier Budgets können auch nicht mehr angespart werden, sondern verfallen am Monatsende.

    Für den Pflegegrad 1 soll es künftif eine „Pflegebegleitung“ geben. Das ist eine Beratung. Wer seine Wohnung nicht mehr putzen kann, bekommt nun ein Gespräch darüber. Wer Leistungen aus dem „Entlastungsbudget“ bezieht, bekommt einen jährlichen Pflichttermin in den eigenen vier Wänden durch die „Pflegebegleitung“. Ein zentrales digitales Kundenportal (PflegeCockpit) soll den höheren bürokratischen Aufwand durch die vier sich teilweise überschneidenden Budgets handhabbarer machen. Pfleglinge und ihre Angehörigen sind zu zeitnahen Auskünften an das Portal verpflichtet,

    Bezahlen sollen es unter anderem Kinderlose: Der Zuschlag steigt von 0,6 auf 0,9 Prozentpunkte. Für Alltagshelfer und Haushaltshilfen verschlechtern sich die finanziellen Rahmenbedingungen gravierend. Der Bundesverband „Angebote zur Unterstützung im Alltag“ spricht von einer existenziellen Bedrohung für soloselbstständige Anbieter. Die „Deutsche Gesellschaft für Hauswirtschaft“ warnt, der Wegfall bewirke das Gegenteil dessen, was erreicht werden solle. Wer zu Hause keine Hilfe mehr bekomme, dem bleibt nur noch der Weg ins Pflegeheim, was die Kassen deutlich mehr kosten würde als eine Stunde Haushaltshilfe.

    Jetzt könnte ich doch noch eine Blutdruck-Tablette vertragen, oder eine große Demonstration mit den Fordungen: Bestandsschutz für den Pflegegrad 1 (Weiterzahlung der 131 Euro monatlich), Ansparbarkeit der persönlichen Budgets, fakultative Mitwirkung am „PflegeCockpit“! Entbürokratisierung der Finanzierung und des Zugangs zu Alltags- und Haushaltshilfen!

    Beitragsbild von Google Gemini

    https://www.bvua-bundesverband.de

    https://www.dghev.de

  • Ganz schön taktisch

    Ganz schön taktisch

    Wer sich das aktuelle Landtags-Wahlergebnis in Halle ansieht, muss zweifellos feststellen, dass hier definitiv taktisch gewählt wurde. Diverse NGOs und Initiativen hatten dazu aufgerufen, eine der Brandmauer-Parteien zu wählen, um eine absolute Mehrheit der AfD zu verhindern. Die millionenschwere Berliner NGO ‘Campact’ schränkte sogar ein, dass man nur SPD oder Grüne zu wählen hätte. Die Hausbriefkästen wurden von allerlei Flyern geflutet, sogar der ‘Trothaer Planetengarten’ hatte entsprechende Zettelchen drucken lassen. Der Studierendenrat der MLU und der „Bund gegen Anpassung“ fügten ihren Wahlempfehlungen auch noch den dringenden Rat an Frauen hinzu, abtreiben zu lassen, wenn frau gerade in anderen Umständen sein sollte.

    Den Vogel hatte wieder einmal die Evangelische Kirche abgeschossen. Wo an der Marktkirche vor Jahren noch das Riesenplakat „Impfen ist Nächstenliebe!“ prangte, hing nun ein vergleichbares Plakat mit der Aufschrift „Wir wählen Mitmenschlichkeit!“. Auch an den Laternenpfählen hingen „Wahlpappen“ der Staatskirche mit den Aufschriften „Wir wählen Achtung!“ und „Wir wählen Besonnenheit!“.

    Dass diese Nudging-Kampagnen wirksam waren, ist offensichtlich. Weder der Erfolg der beiden linken Direktkandidaten, noch das Wahlergebnis der Grünen bei den Zweitstimmen ist ohne die massive Wähler-Beeinflussung zu erklären. „Ganz schön taktisch“ titelte Frank Klemmer in der MZ vom 8.9.26.

    Wobei die breite Zustimmung zur AfD und ihren Kandidaten in der Stadt wohl um 5 bis 10 % geschmälert wurde. Für die Kandidaten der Grünen und der SPD heißt das, dass sie weniger wegen ihrer Positionen und Persönlichkeiten gewählt wurden, mehr wegen den Ohrabkauereien hoch bezahlter „Pferdeflüsterer“. In der Innenstadt und im Giebichenstein-Viertel sind die Grünen eine Millieupartei. Dass es trotzdem nicht für den Sieg eines Grünen Direktkandidaten gereicht hat, dürfte mit der Kleintier-Feindlichkeit vieler olivgrünen Parteikader zu tun haben. Die Stimmen der Tierfreunde landeten anscheinend bei den beiden Tierschutz-Parteien. („Nein Mietzi, du bist keine unnütze CO2-Produzentin.“)

    Für das BSW wird mit Claudia Wittig eine integre Hallenserin in den Landtag einziehen. Für die Basispartei war es ein Absturz von fast 2% (2021) auf gerade einmal 0,1% der Wählerstimmen. Eine Manöverkritik spare ich mir lieber, trotzdem sollte da eine schwarmintelligente Auswertung stattfinden. Der Berliner Landesverband der Basispartei hat seine Unterstützer aufgerufen, bei der Abgeordnetenhauswahl am 20. September das BSW zu wählen. Ähnliches scheint bei künftigen Wahlgängen in Sachsen-Anhalt auch angeraten.

    Auffallend sind die Unterschiede zwischen Urnenwahl und Briefwahl. Die AfD hat prozentual ungefähr die Hälfte weniger Briefwahl-Stimmen erhalten als die Blockparteien. Indoktrinierte Enkel*Innen haben dabei zweifellos eine Rolle gespielt. Hinzu kamen aktivistische Pfleger, die als ungebetene Wahlhelfer in Gemeinschaftseinrichtungen tätig waren und die Gehirnwäsche von Seiten der Kirchen, dieser größten und ältesten NGOs. Die Frage ist, ob offener Wahlbetrug ab jetzt zu einem Gewohnheitsrecht der Herrschenden werden soll?

  • Ich kandidiere für die Feuchtkugel

    Bei der aktuellen Landtagswahl wird auch mein Name auf dem Wahlzettel stehen, für die Landesliste der Basispartei. Ein braver Spießbürger fragte mich, ob das denn sein müsste. Alles sei doch wieder so normal, der Kamerad Schulze sei doch keine schlechte Wahl und Didi Hallerforden erst! Ich hingegen bemängele einen latenten Totalitarismus in dieser Gesellschaft, der auch weisungsgebundene Bundesbehörden wie das RKI zu dummfrechen Bauernfängereien verleitet.

    Die regionale Lückenpresse vermeldet schon fast 10 000 „Hitzetote“ in diesem Jahr und beruft sich auf das Robert-Koch-Institut, das in den Sommermonaten „Wochenberichte zur hitzebedingten Mortalität“ veröffentlicht. Die Methodik ist simpel: Man filtert die Kalenderwochen mit über 20 °C Mitteltemperatur heraus und erklärt die vom statistischen Bundesamt gelieferten Zahlen zur Übersterblichkeit in diesen Zeiten zu „Hitzetoten“. Das Modell liefert die gewünschten Ergebnisse: In 2026 waren so bis zur Kalenderwoche 29 fast 10 000 Hitzetote zu verzeichnen. Die Unterscheidung „an Hitze“ oder „mit Hitze“ wird nicht einmal versucht (wie schon bei Corona) und so werden massenhaft Ertrunkene, Unfallopfer und „Gemesserte“ zu „Hitzetoten“. Die Medien verbreiten marktschreierisch die Botschaft: „Der Klimawandel kostete x tausend Tote!“

    Dabei erhebt die Meteorologie längst tägliche Daten zu den realen physiologischen Auswirkungen von Hitze auf den Menschen. Dafür gibt es die „Feuchtkugeltemperatur“. Ein geeichtes Thermometer wird mit einem Textil umwickelt und feucht gehalten. Gemessen wird die Kühlwirkung durch die Verdunstung, wie sie auch der schwitzende Mensch erzeugt. Die Kühlwirkung hängt dabei von der Feuchte der Umgebungsluft ab. In großen Gewächshäusern ist ein Feuchtkugel-Thermometer durchaus sinnvoll. Ab ca. 30 °C an diesem so präpariertem Thermometer wird es kritisch für den Menschen, dann geht auch mit der Thermoregulation (schwitzen) zu wenig. Das Gewächshaus sollte dann besser belüftet werden.

    Am 3.8.2026 wurden gegen 18:00 Uhr in Halle (S.) 33 °C gemessen. Die Feuchtkugeltemperatur wird an Wetterstationen europaweit routinemäßig gemessen. Ein Blick auf das Portal ‚Kachelmannwetter‘ ergab für Halle (S.) 21 °C feucht. Es fehlen ca. 9 °C bis zur kritischen Schwelle. Die Luft war zu trocken, die Thermoregulation konnte noch wirkungsvoll arbeiten. Aber physiologische Grundtatsachen berücksichtigt das RKI nicht, es benutzt einzig die „Mittlere Lufttemperatur“. Aufgabe des RKI ist es eigentlich, valide Risikoanalysen für die menschliche Gesundheit zu liefern, keine stumpfe Propaganda ohne jeden physiologischen Hintergrund!

    Alternative Medien witzeln schon „Hitze ist das neue Corona“ und rätseln, wann es die „Spritze gegen Hitze“ geben wird. Auch deshalb werde ich am 6. September mein Kreuzchen bei der Basispartei machen.

    https://kachelmannwetter.com/de/messwerte/feuchtkugeltemperatur.html

    https://edoc.rki.de/handle/176904/11174

    Titelfoto: ChatGpt