Schlagwort: Nudging

  • Ganz schön taktisch

    Ganz schön taktisch

    Wer sich das aktuelle Landtags-Wahlergebnis in Halle ansieht, muss zweifellos feststellen, dass hier definitiv taktisch gewählt wurde. Diverse NGOs und Initiativen hatten dazu aufgerufen, eine der Brandmauer-Parteien zu wählen, um eine absolute Mehrheit der AfD zu verhindern. Die millionenschwere Berliner NGO ‘Campact’ schränkte sogar ein, dass man nur SPD oder Grüne zu wählen hätte. Die Hausbriefkästen wurden von allerlei Flyern geflutet, sogar der ‘Trothaer Planetengarten’ hatte entsprechende Zettelchen drucken lassen. Der Studierendenrat der MLU und der „Bund gegen Anpassung“ fügten ihren Wahlempfehlungen auch noch den dringenden Rat an Frauen hinzu, abtreiben zu lassen, wenn frau gerade in anderen Umständen sein sollte.

    Den Vogel hatte wieder einmal die Evangelische Kirche abgeschossen. Wo an der Marktkirche vor Jahren noch das Riesenplakat „Impfen ist Nächstenliebe!“ prangte, hing nun ein vergleichbares Plakat mit der Aufschrift „Wir wählen Mitmenschlichkeit!“. Auch an den Laternenpfählen hingen „Wahlpappen“ der Staatskirche mit den Aufschriften „Wir wählen Achtung!“ und „Wir wählen Besonnenheit!“.

    Dass diese Nudging-Kampagnen wirksam waren, ist offensichtlich. Weder der Erfolg der beiden linken Direktkandidaten, noch das Wahlergebnis der Grünen bei den Zweitstimmen ist ohne die massive Wähler-Beeinflussung zu erklären. „Ganz schön taktisch“ titelte Frank Klemmer in der MZ vom 8.9.26.

    Wobei die breite Zustimmung zur AfD und ihren Kandidaten in der Stadt wohl um 5 bis 10 % geschmälert wurde. Für die Kandidaten der Grünen und der SPD heißt das, dass sie weniger wegen ihrer Positionen und Persönlichkeiten gewählt wurden, mehr wegen den Ohrabkauereien hoch bezahlter „Pferdeflüsterer“. In der Innenstadt und im Giebichenstein-Viertel sind die Grünen eine Millieupartei. Dass es trotzdem nicht für den Sieg eines Grünen Direktkandidaten gereicht hat, dürfte mit der Kleintier-Feindlichkeit vieler olivgrünen Parteikader zu tun haben. Die Stimmen der Tierfreunde landeten anscheinend bei den beiden Tierschutz-Parteien. („Nein Mietzi, du bist keine unnütze CO2-Produzentin.“)

    Für das BSW wird mit Claudia Wittig eine integre Hallenserin in den Landtag einziehen. Für die Basispartei war es ein Absturz von fast 2% (2021) auf gerade einmal 0,1% der Wählerstimmen. Eine Manöverkritik spare ich mir lieber, trotzdem sollte da eine schwarmintelligente Auswertung stattfinden. Der Berliner Landesverband der Basispartei hat seine Unterstützer aufgerufen, bei der Abgeordnetenhauswahl am 20. September das BSW zu wählen. Ähnliches scheint bei künftigen Wahlgängen in Sachsen-Anhalt auch angeraten.

    Auffallend sind die Unterschiede zwischen Urnenwahl und Briefwahl. Die AfD hat prozentual ungefähr die Hälfte weniger Briefwahl-Stimmen erhalten als die Blockparteien. Indoktrinierte Enkel*Innen haben dabei zweifellos eine Rolle gespielt. Hinzu kamen aktivistische Pfleger, die als ungebetene Wahlhelfer in Gemeinschaftseinrichtungen tätig waren und die Gehirnwäsche von Seiten der Kirchen, dieser größten und ältesten NGOs. Die Frage ist, ob offener Wahlbetrug ab jetzt zu einem Gewohnheitsrecht der Herrschenden werden soll?